Was ein Suchender und jeder Freimaurer wissen sollte

(Hinweis: Die Mitglieder unserer Loge kommen nicht nur aus Essen, sondern aus den unterschiedlichsten Regionen. Wer Mitglied werden möchte, sollte sich grundsätzlich den Dienstag ab 19:00 Uhr / 20:00 Uhr für die Loge frei halten. Als aktiver Freimaurer besucht man auch andere Logen (in ganz Deutschland und darüber hinaus). Für solche Logenbesuche sollte auch Zeit eingeplant werden. Vor allen Logenverpflichtungen stehen jedoch die Pflichten gegenüber Beruf und Familie.)

Grundlagen:

 

Der Freimaurerbund ist eine Gemeinschaft von Menschen, die in bruderschaftlichen Formen menschliche Vervollkommnung erstreben. Deshalb bildet die Ethik die wesentliche Grundlage für dieses Bemühen.

 

Freimaurer wird man durch Aufnahme in eine Loge, die einer von den übrigen Großlogen der Welt anerkannten Großloge angehört.

 

Die Loge ist der Zusammenschluss der Brüder eines begrenzten Gebiets, etwa einer Stadt oder Region. Das Wort „Loge“ ist mehrdeutig, nämlich:

 

  1. Zusammenschluss einer Reihe von Freimaurern einer Stadt.

  2. Haus bzw. Raum, in den die Versammlungen der Freimaurer abgehalten werden.

  3. Veranstaltung von Freimaurern, oft auch „Logenarbeit“ genannt.

 

Die Gründung einer Loge kann nur durch Brüder Freimaurer erfolgen und bedarf der Genehmigung durch die Vereinigten Großlogen von Deutschland. Solange Freimaurerlogen bestehen, sind Grundlage der maurerischen Arbeit das überlieferte Ritual und die Ordnung der alten Werkmaurerlogen, die in den 1723 zuerst erschienenen „Alten Pflichten“ festgelegt sind.

 

Vom Suchenden wird die Bereitschaft erfragt, „die Pflichten zu erfüllen, die eine Loge ihren Mitgliedern“, die „unser Bund den Brüdern auferlegt“. Diese Pflichten „gewissenhaft zu erfüllen“ muss der Suchende vor der Aufnahme feierlich erklären.

 

Die Alten Pflichten von 1723 schreiben dem Freimaurer folgendes Verhalten vor: „Der Maurer ist als Maurer verpflichtet, dem Sittengesetz zu gehorchen; und wenn er die Kunst recht versteht, wird er weder ein engstirniger Gottesleugner, noch ein bindungsloser Freigeist sein.

 

In alten Zeiten waren die Maurer in jedem Lande zwar verpflichtet, der Religion anzugehören, die in ihrem Lande oder Volke galt, heute jedoch hält man es für ratsamer, sie nur zu der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen, und jedem seine besonderen Überzeugungen selbst zu überlassen. Sie sollen also gute und redliche Männer sein, Von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder darauf, welche Überzeugungen sie sonst vertreten mögen. So wird die Freimaurerei zu einer Stätte der Einigung und zu einem Mittel, wahre Freundschaft unter Menschen zu stiften, die einander sonst völlig fremd geblieben wären.“

 

Die „Alten Pflichten von 1723“ werden allgemein als Grundgesetze der Freimaurerei bezeichnet.

 

Die Aufnahme erfolgt immer in feierlicher Form durch eine Festarbeit, der sich meist ein gemeinsames Essen, Tafelloge genannt, anschließt. Festarbeit und Tafelloge werden in bestimmten, vorgeschriebenem Brauchtum durchgeführt.

 

Der neu aufgenommene Bruder wird zunächst als Lehrling bezeichnet, weil er Wesen, Brauchtum und Art zu arbeiten erst kennenlernen muss. Der Lehrling darf nur an den Arbeiten seines Grades teilnehmen.

 

Durch die Aufnahme ist der junge Bruder Mitglied der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland im Verbande der Vereinigten Großlogen von Deutschland geworden.

 

Jeder Bruder ist grundsätzlich verpflichtet, regelmäßig an allen Veranstaltungen seiner Loge, die ihm durch einen „Arbeitsplan“ mitgeteilt werden, teilzunehmen, soweit er den Grad besitzt, in dem gearbeitet wird.

 

Jede Loge ist mit ihrer Entscheidung souverän, doch muss sie Gesetze beachten, die die Logen sich auf den Großlogentagen selbst gegeben haben. Die gerechte und vollkommene Loge heißt gerecht, wenn sie ordnungsgemäß durch eine anerkannte Großloge eingesetzt ist; sie ist vollkommen, wenn sie über das zur Durchführung der Logenarbeiten notwendige Gerät verfügt und wenn ihre Organisation durch eine anerkannte Großloge genehmigt ist.

 

Die freimaurerischen Grundwerte, auf die sich alle einzelnen ethischen Werte, mit Ausnahme derer, die die Transzendenz betreffen, zurückführen lassen, sind „Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit“.

 

Die Brüderlichkeit gehört zum innersten Wesen der Freimaurerei, sie ist zusammen mit Menschenliebe und Toleranz „der Mörtel des Tempelbaues“, brüderliche Liebe ist „der Grundstein und der Schlussstein, der Kitt und der Ruhm unserer alten Bruderschaft“. Darum nennt sich die Gemeinschaft der Freimaurer einen „Bruderbund“, eine Bruderschaft, und die Mitglieder der Loge heißen Brüder und reden sich so auch an.

 

„Echte Freundschaft zu seinen Brüdern“ soll den Freimaurer auszeichnen. Eifer wird vom Lehrling gefordert in der Arbeit an seiner eigenen Vervollkommnung. Sich draußen in der Welt zu bewähren, ist Aufgabe des Freimaurers.

 

Wer Freimaurer werden will, muss sich aus eigenem Antrieb heraus um die Mitgliedschaft in einer Loge bemühen. Er muss selbst „anklopfen“. Nach einer Zeit des Kennenlernens bittet der Suchende von sich selbst aus um Aufnahme.